Pub-Flair in Alt-Saarbrücken: Die Kneipe „Zum Hau“

Feierabend, Lust auf eine Kneipe mit Charakter, aber kein Schickimicki? An der Ecke Vorstadtstraße-Eisenbahnstraße, nur einen Steinwurf von der Ludwigskirche entfernt, sind wir fündig geworden. Im schummrigen Licht des „Zum Hau“, zwischen dunkler Holzvertäfelung und grünen Wänden, machen wir es uns gemütlich und nutzen jede Bestellung, um der Wirtin eine Frage zu stellen.

Die Wirtin, das ist Agnetha Bies. Sie betreibt die Kneipe seit sieben Jahren – „Läuft“, sagt Agnetha. An dem halben Dutzend Tischen unterschiedlicher Größe und am Tresen bedient sie die Gäste mit frisch Gezapftem und hausgemachten Getränkekreationen, Cocktails und Kurzen wie „Meister Joda“, „Roter Oktober“ und „HAUfischblut“ – dem Saarbrücker Mexikaner. Auch Merziger Viez gibt es hier. Am häufigsten bestellt wird Bier, aber auch Crémant… und Schnäpse.

Feierabend im „Hau“

Für besondere Unterhaltung sorgen neben dem Spiele-Schrank das Dienstags-Pub-Quiz und donnerstags der Juke-Box-Abend, an dem Agnetha die Songwünsche ihrer Gäste erfüllt. Der Clou: die Gäste können ihren Musikgeschmack gegenseitig bewerten, indem sie Punkte dafür vergeben. Daraus kann schon mal ein regelrechter Wettbewerb um die höchste Punktzahl entstehen. Ein Klassiker sind zudem die Motto-Partys, „bad-taste“, 90er-Jahre oder „Roter Oktober“, ein Oktoberfest in rot mit Chili-Con-Carne. Apropos essen: Jeden Freitag gibt es hier zu später Stunde Frikadellen.

Das Redaktionsteam hat keine Mühen gescheut, um das Getränkeangebot zu testen

Die Entscheidung das „Zum Hau“ zu übernehmen, ist Agnetha nicht schwer gefallen, als sie beschloss ein eigenes Lokal zu eröffnen. „Laden besichtigt – gemietet!“, so einfach hört sich das an. Sie arbeite schließlich schon ihr „ganzes Leben lang“ in der Gastronomie, wie die gar nicht so alte Wirtin erzählt. Den Gründernamen des Lokals hat sie beibehalten, denn „Zum Hau“ heißt schon seit Tag 1 so, also schätzungsweise seit den Fünfziger Jahren. Für Agnetha ist klar: „Sowas behält man bei.“

Nur drei Wochen hatte sie nach der Übernahme des Lokals Zeit und musste doch vieles neu machen: Es gab kein Licht, einiges war unbrauchbar oder kaputt, die Sanitäranlagen mussten komplett erneuert werden. Auch dank Agnethas Entschlossenheit hat die Kneipe heute ihren so eigenen Charakter. „Ein bisschen Pub-Flair“ war ihr wichtig und die Musik; hier und da auch etwas Skurriles, wie der große Papagei-Luftballon, der unter der Decke hängt und auf den Namen „Metalhead“ hört. Der Legende nach handelt es sich bei dem Ballon um ein „Souvenir“, den eine etwas angetrunkene Person aus einem Lokal von der anderen Saar-Seite mitgebracht und hier vergessen hat.

Highlight um Mitternacht: die Frikadelle!

Einsame Gäste bringt die Wirtin übrigens auch gerne mal miteinander ins Gespräch. Wer sich selbst genügt, ist ebenso willkommen. Nur schwierige Gäste bekommen es mit Agnetha zu tun, da war sie von Anfang an sehr strikt und fährt damit bis heute gut. In sieben Jahren hat sie nie eine Schlägerei im Hau erlebt. Wer nicht weiß, wie er sich zu benehmen hat, kann auf dem „Bar Rules“-Schild über dem Tresen die wichtigsten Regeln nachlesen:  „Rule #1: Bartender is always right…“

Im „Hau“ gibt es nur zwei Regeln…

Agnetha fehlt eigentlich nichts in Alt-Saarbrücken, „es müssten nur die Alt-Saarbrücker auch zu ihrem Viertel stehen.“ Tatsächlich ist die heutige Kneipendichte weit entfernt von früheren Jahrzehnten, aber „es wird wieder“, wie die Ansiedlung neuer Geschäfte in der Eisenbahnstraße oder Vorstadtstraße zeigt. Agnethas Vater, der regelmäßig hinter der Theke bedient und deshalb schon mal für den Chef gehalten wurde, hat es vorhergesagt: Alt-Saarbrücken wird sich entwickeln – „ist so“, sagt Agnetha.

Zum Hau
Vorstadtstraße 16
66117 Saarbrücken

Dienstag bis Samstag von 18:00-01:00 Uhr.


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