Von St. Wendel aus die Landeshauptstadt erobern: „Tante Guerilla“ nimmt Anlauf in der Eisenbahnstraße

„Basic“, „urban“, „schlicht“ und „sweatshop-free“ – so beschreibt Jürgen Mißbach die Mode, die er bei „Tante Guerilla“ in Alt-Saarbrücken anbietet. Wir haben ihn in seinem Laden in der Eisenbahnstraße besucht.

Jürgen Mißbach präsentiert ein T-Shirt aus seiner „Bars“-Kollektion ©Carsten Kohlberger

Es ist vor allem der Name, der uns in der Eisenbahnstraße ins Auge fällt. Wir wollen wissen, was sich hinter der Schaufensterfassade, in der vor allem Street Wear ausgestellt ist, und der Beschriftung „Tante Guerilla“ verbirgt. Als wir eintreten, stehen wir in einem geräumigen, loftartigen Ladenlokal mit einem Tresen und Umkleidekabinen im hinteren Bereich. Die kleine Bühne daneben wird einmal im Monat für ein Event freigeräumt, zuletzt trat ein Singer-Songwriter auf. Dazwischen sind die Guerilla-Artikel aufgereiht, von Schuhen über Jeans und T-Shirts, bis hin zu Rucksäcken, Mützen und Merchanidise-Produkten. Die Saarbrücken-Fotografien an den Wänden sind für 45 Euro zu erwerben, wobei der Großteil des Erlöses gespendet wird. Nur die Fahrräder, die hier stehen, kann man leider nicht kaufen – sie gehören den Mitarbeitern von „Tante Guerilla“.

Jeans, T-Shirts und Rucksäcke bei Tante Guerilla ©Carsten Kohlberger

„Das hier ist einer der schönsten Läden der Stadt.“, erzählt uns Jürgen Mißbach, „das ist der Hauptgrund für den Standort Eisenbahnstraße.“ Mißbachs Augen leuchten, als er uns seine Basis-Kollektion des eigenen Labels „Bars“ zeigt. „Wir arbeiten oft mit Künstlern und Tätowierern zusammen, die ‚Bars‘ auf ihre Weise interpretieren. Die Motive drucken wir dann als limitierte Auflage auf die Shirts.“ Künstler wie Ulrich Zimmer oder Tätowierer Bastian Blau haben das Label mit den vier waagerechten Balken schon bearbeitet. Die Ergebnisse haben allesamt ihre eigene ästhetische Note. Die Kollektion kann sich sehen lassen.

Ladentheke ©Carsten Kohlberger

Jürgen Mißbach kommt ursprünglich aus Tholey und führt mit „Tante Guerilla“ in St. Wendel im nördlichen Saarland seit 12 Jahren sein eigenes Geschäft für Street Wear und Skate-Bedarf. Neben Mode und Skateboards vertreibt er auch Merchandising-Produkte, vornehmlich für Gastro-Betriebe. „Wir haben ursprünglich Merchandising für Punk Bands gemacht“, erzählt Mißbach, als er uns durch sein Ladenlokal führt, „daraus hat sich schnell eine Idee für eigenproduzierte Ware mit unkonventionellen Aufdrucken und am besten aus fair trade produzierten Rohstoffen entwickelt.“ Irgendwann habe er sich dann für die Firma und gegen das Kunststudium entschieden. Jetzt also der Schritt nach Saarbrücken. „Wir bieten für Logodesign und Merchandising-Produktion umfassenden Service und Beratung an. Das gibt es heute nicht mehr so oft.“, führt Mißbach weiter aus.

„Tante Guerilla“-Schriftzug ©Carsten Kohlberger

Zielgruppe der „Tante Guerilla“ sind Kundinnen und Kunden zwischen 15 und 50, die abseits von adidas und Nike Interesse an in Saarbrücken hergestellten fairtrade-Klamotten haben. Auch Bio-Baumwolle und recycelte Ware zählen zum Sortiment. „Die Wertschätzung für unsere Produkte erreichen wir auch durch den direkten Kundenkontakt.“ So würden vor allem fair gehandelte Rohstoffe von seiner Klientel sehr geschätzt. Ziel ist es, ausschließlich selbst produzierte Ware sowie 100 Prozent fair gehandelt anzubieten. Die regionale Identität ist „Tante Guerilla“ wichtig – gegenwärtig gibt es eine Textildruck-Linie für die Bruch Brauerei. Auch mit einer Näherei aus Alt-Saarbrücken kooperiert die Firma.

Wir fragen den Besitzer, was ihm in Alt-Saarbrücken fehlt. „Eine coole Kneipe als Pendant zum Bermuda-Dreieck im Nauwieser Viertel“, entgegnet Mißbach uns, „mit gutem Essen und guter Musik.“ Wir haben dem nichts hinzuzufügen und verlassen mit einem neu erworbenen „Bars“-T-Shirt das Geschäft.

Wenn ihr euch für die Mode von Tante Guerilla interessiert, könnt ihr in ihrem Online-Shop stöbern.

Tipp: Diesen Sonntag (5.5.) findet ihr „Tante Guerilla“ auf dem Streetwear Flohmarkt im Garelly-Haus.

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