Sinnliche Überraschung in der Eisenbahnstraße: Das Café Pikant


Wer regelmäßig durch die Eisenbahnstraße läuft, dem wird schon aufgefallen sein, dass mindestens ein Geschäft, nun ja, aus der Reihe tanzt. Einerseits sitzen da Menschen bei Kaffee und Kuchen, andererseits kann man Dessous kaufen und dann sind da noch die Salsa-Freunde, die sich abends im Takt der Musik wiegen oder Cocktails trinken. Und das alles in demselben Laden?

Michael Heinz hinter dem Tresen des Café Pikant

„Die geniale Geschäftsidee hatte meine Frau“, sagt Michael Heinz, der das Café Pikant gemeinsam mit seiner Partnerin Petra Blandfort betreibt. Sie war vor zwei Jahren mit ihren Schwestern und ihrer Mutter in Saarbrücken zum Shoppen unterwegs. Eine der Schwestern wollte „etwas Neckisches zum Anziehen“. Doch wo suchen? Zwei Sex-Shops verließen die Frauen mit leeren Händen. Später beim Kaffeetrinken sprach eine aus, was wohl alle dachten: „Diese Geschäfte sind schon interessant, aber ich habe mich dort nicht wohlgefühlt“.

Der ‚pikante‘ Teil des Cafés

Im Café Pikant soll das anders sein. „Erotik ist schön, aber in einem Sex-Shop finden Sie davon nichts“, so Michael Heinz, der dem teilweise pornographischen Angebot und schmuddeligen Charakter vieler Sex-Shops nichts abgewinnen kann. Zudem würden die Shops davon leben, dass Kunden nicht nach der Qualität schauen, weil sie sich zu sehr genieren. Für die Pikant-Betreiber stehen dagegen Beratung und ein hochwertiges Angebot im Vordergrund. Die Möglichkeit, auch einfach nur ein Stück Kuchen oder eine Tasse Kaffee zu genießen, schafft zudem eine unaufgeregte Atmosphäre. Wer möchte, kann so ganz unbedrängt das Sortiment aus verführerischer Unterwäsche und Erwachsenenspielzeug in Augenschein nehmen.

Ganze zwei Jahre dauerte die Planung bis zur Eröffnung. Für das Betreiber-Paar musste alles bis ins letzte Detail ausgefeilt sein. An den Wänden befestigte Pumps, die als Konsolen für Regalböden dienen, antiquarische Möbel und die Lampen aus Kaffeekannen bezeugen dies. Michael und Petra haben Erfahrung in der Selbstständigkeit. Sie ist gelernte Konditorin, betrieb zuvor einen Partyservice. Er ist Kaufmann, arbeitete jahrelang in Kanada. Womit sie anfangs nicht gerechnet hatten: ihre Kundschaft ist auch an kulturellen Abendveranstaltungen im Pikant interessiert. So verschoben die beiden die Dessous-Auswahl kurzer Hand in den hinteren Teil des weiträumigen Ladens um Platz für eine Tanzfläche zu schaffen.

Mittlerweile finden hier drei bis vier Events pro Woche statt, hauptsächlich Tanzveranstaltungen und Kurse, etwa für Rueda, Bachata oder Salsa. Auch Lesungen oder Fotoausstellungen werden geboten. Ausschlaggebend für die Wahl der Räumlichkeiten in Alt-Saarbrücken waren die freundlichen Lichtverhältnisse, die sonst nur wenige Geschäfte bieten können. Selbst an einem verregneten Apriltag wie heute ist das Café vom Tageslicht erleuchtet. Daneben bietet der Toto-Parkplatz auf der anderen Seite des Häuserblocks den Kunden eine günstige Parkmöglichkeit.

Der Erfolg des Cafés zeigt sich an den vielen Stammgästen, die das besondere Ambiente schätzen. Manche kommen aus Frankreich und Luxemburg, der Stammkunde mit dem längsten Heimweg sogar aus Japan.

Café Pikant
Eisenbahnstraße 45
66117 Saarbrücken

www.cafepikant-sb.de

2 Antworten auf „Sinnliche Überraschung in der Eisenbahnstraße: Das Café Pikant“

  1. Meine Frau Petra und ich möchten uns beim Redaktionsteam von altsaarbruecken.de ganz herzlich für diesen wunderbaren, objektiven und sehr schön geschriebenen Artikel über unser Café Pikant bedanken. Schöner hätten wir uns und unsere Idee nicht darstellen können.
    Wir freuen uns über jeden, der nun den Weg zu uns findet um sich selbst ein Bild vom Café Pikant zu machen.
    Nochmals vielen lieben Dank und ganz herzliche Grüße aus der Eisenbahnstraße an ganz Alt-Saarbrücken und darüber hinaus.
    Michael & Petra

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