Süßes essen und dankbar sein bei „Muhtar Sweets“

Nachdem wir für unseren letzten Beitrag ein alteingesessenes Geschäft in Alt-Saarbrücken besucht haben, möchten wir Euch heute eine Neueröffnung vorstellen: „Muhtar“ heißt der Laden mit dem blau-roten Logo, der Anfang des Jahres an der Ecke Heuduckstraße-Goebenstraße eröffnet hat. Die kleinen Teigröllchen, rechteckigen und runden Backwaren, die sich im Schaufenster türmen, haben uns neugierig gemacht.

Beraten die Kunden in Deutschlands erster Muhtar-Filiale: Badr (links) und Aladin (rechts).

Geschäftsstellenleiter Aladin begrüßt uns per Handschlag und führt uns ohne Umschweife in sein Sortiment ein. Mehr als 50 Sorten syrische Leckereien aus Teig, Nüssen und Fruchtmarmelade zählt sein Geschäft.

Wir probieren zuerst „Kol & Schkour“ (arabisch, soviel wie „Iss und sei dankbar“), das einen angenehm frischen, zitronigen Geschmack hat. „Die Leute sind es gewohnt, dass arabisches Gebäck sehr, sehr süß ist“, erklärt Aladin. Das ist nicht das Konzept von Muhtar. Denn dieses Gebäck wird nach einer alten damaszener Backtradition zubereitet, die dezent modernisiert wurde, sodass sie weniger Zucker enthält. Das merkt man vor allem bei den leckeren Mamul mit Pistazien und Walnüssen, die uns als nächstes gereicht werden. „Sie merken: wenig Zucker, da kann man mehr von essen!“, sagt Aladin verschmitzt.

Aber was heißt eigentlich Muhtar? Auch dazu hat uns Aladin etwas zu erzählen: „Der Muhtar ist in der arabischsprachigen Welt eine Art Bürgermeister in einem kleinem Dorf“. Sein Merkmal ist der rote Fes. An diesem kleinen Hut erkennt jeder den Kümmerer im Ort.

Hier in Saarbrücken wird das Gebäck entweder in bunten Schachteln verkauft oder auf Wunsch in einer besonderen Verpackung, etwa in einem kleinen Holzkästchen. Für besondere Anlässe wird ein Name oder Datum eingraviert. Damit werden zum Beispiel Hochzeitsgesellschaften beliefert, für die Muhtar auch schon mal ein ganzes Süßspeisen-Buffet aufbaut. Stolz zeigt uns Aladin die Bilder und Videos von der letzten Hochzeit auf seinem Handy. Die Kunden kommen aus Deutschland und Frankreich – „ein Vorteil von Alt-Saarbrücken!“.

Auch sonst sind die Betreiber mit der Lage des Geschäfts zufrieden: „Muhtar komplettiert die Heuduckstraße“. Zwar wird nicht vor Ort gebacken, doch hier, in direkter Nachbarschaft zum Traditionscafe Lolo, von dem Aladin mit Hochachtung spricht, sieht er Muhtar-Sweets am richtigen Ort, um das Süßspeisen-Angebot in Alt-Saarbrücken zu bereichern.

Gegründet wurde die Marke Muhtar, zu deren Franchisenehmern das saarländische Muhtar-Sweets gehört, übrigens 2013 von syrischen Kaufleuten in der Türkei. Maria Al Burghli, die Inhaberin des Saarbrücker Geschäfts, führt in Wadgasssen einen Lebensmittelgroßhandel, lebt mit ihrer Familie aber seit zehn Jahren in der Landeshauptstadt. Klar, dass die erste Muhtar-Filiale in Deutschland deshalb auch hier entstehen musste. Die Planungen begannen im August 2018, fünf Monate später wurde die Vorzeige-Filiale in der Heuduckstraße eröffnet. Sie soll als Muster für die Expansion nach Deutschland dienen.

Perspektivisch ist für „Muhtar-Sweets“ vieles möglich. Die Gründerfiliale in Istanbul bietet mittlerweile auch Kaffee an, das wäre wohl eine zukünftige Option. Zunächst einmal soll aber das bestehende Sortiment in Deutschland bekannt gemacht werden. So werden schon Supermärkte in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg beliefert. Die Kooperation mit einem Essenslieferdienst ist in Planung.



Muhtar ist übrigens auch auf facebook zu finden.

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