„Ich habe mir hier einen Kindheitstraum erfüllt“

Schnell mal Zigaretten holen, die Tageszeitung oder einen Kaffee zwischendurch: Für viele Anwohner der Heuduckstraße und Studierende der HTW ist dies mit dem Lotto-Toto-Geschäft von Patrick Egler verbunden.

Seit 15 Jahren betreibt Patrick Egler den Toto-Lotto-Shop und hat sich damit seinen Kindheitstraum erfüllt. Gebürtig von der Bellevue, ist er wegen seiner Frau ins untere Alt-Saarbrücken „gewechselt“. „Die Heuduckstraße hat sich seither sehr verändert“, sagt Egler, der den größten Teil (70 – 80 Prozent) seiner Kundinnen und Kunden persönlich kennt. Manche von ihnen kamen schon als Kind mit ihrer Mutter. Sein Quartier kennt er daher ganz genau: „Man bekommt natürlich viel mit, was im Viertel so los ist.“

Es herrscht ein ziemlich reges Geschäftstreiben während unseres kurzen Besuchs, immer wieder wird unser Gespräch durch eintretende Kunden unterbrochen. In den meisten Fällen kennt Egler ihre Wünsche schon auf den ersten Blick. Auffallend ist, dass besonders viele Menschen zum Lotto spielen in den Laden kommen. „Das ist immer noch ein lukratives Geschäft. Am Lottotag ist auch mehr los als sonst. Leider sterben immer mehr Lottospieler weg, die Jungen spielen nicht mehr so gerne.“ Es hat aber auch bereits drei größere Gewinne in seiner Filiale gegeben. Die genauen Zahlen kenne er natürlich nicht, aber einer war knapp unter 6-stellig, fügt Egler geheimnisvoll hinzu. Zudem macht es ihm zu schaffen, dass er wegen des Internets immer weniger Zeitungen verkauft. Die ansässigen Supermärkte machen dem Geschäft darüber hinaus Konkurrenz.

Wir wollen wissen, ob es auch Negatives zu berichten gibt. „Gelbe Säcke tue ich mir nicht mehr an“. Wenn es Engpässe mit Gelben Säcken gegeben hat, sei er schonmal beschimpft worden. „Das wollte ich nicht mehr.“ Auch zu wenige Parkplätze sind ein Problem. Er beobachte oft, wie Hilfpolizisten Knöllchen verteilen, wenn in der zweiten Reihe geparkt wird.

Dafür freut es Patrick Egler, wenn ehemalige Stammkundinnen und -kunden zu ihm in in den Shop kommen. „Es gibt sogar ein paar ehemalige Studentinnen der HTW, die gar nicht mehr hier wohnen, aber trotzdem öfter mal im Laden vorbeischauen und einen Kaffee trinken“, sagt Egler, während er ins Regal hinter sich greift, um unaufgefordert zwei Packungen Zigaretten für eine Kundin bereitzulegen.

Kaffee, Glücksspiel, Zigaretten… Wir machen uns heute mal keine Gedanken über Gesundheitspolitik und sind uns einig: Schön, dass es so etwas in Alt-Saarbrücken noch gibt.

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